Wenn ein Mensch stirbt, verändert sich etwas im Raum. Alles wird stiller, echter. In solchen Momenten zeigen sich Menschen oft so, wie sie wirklich sind – nicht selten zum ersten Mal: roh, verletzlich, ehrlich. Manchmal bricht etwas auf, manchmal bricht etwas weg. Und gerade darin liegt eine große, stille Schönheit.
Der Tod berührt nicht nur den, der geht – er verändert auch die, die bleiben. Für einen Moment stehen wir alle an der Schwelle zu etwas Größerem. Die Zeit wird weich. Das Herz wird weit.
In dieser Schwellenzeit präsent zu sein, ist für mich eine zutiefst vertrauensvolle und ehrliche Aufgabe.
Ich begegne Menschen hier mit dem, was wirklich zählt: Achtung, Echtheit, Mitgefühl – und der Bereitschaft, einfach da zu sein.